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Der Norden

Casablanca

Casablanca hatten wir eigentlich nicht auf unserer Liste, da alles, was ich darüber gehört habe, den Eindruck vermittelte, dass die Stadt nicht so aussieht wie im gleichnamigen Film (den ich nie gesehen habe) und nicht sonderlich schön sein soll. Allerdings ist sie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, weshalb es uns für eine Nacht hierhin verschlagen hat. Wir übernachten in unserem besten AirBnB in Marokko, essen auf einem Fischmarkt mit zweifelhaften Hygienebedingungen (kennt ihr die Szene im Film „Das Parfüm“ vom Fischmarkt?) und besuchen am nächsten Morgen die Moschee Hassan II (Wikipedia), eine der größten Moscheen der Welt und eine der wenigen, die man als Nicht-Muslim betreten darf. Wieder einmal versucht uns ein Taxifahrer übers Ohr zu hauen und verlangt für eine Fahrt 120 DH – letzten Endes zahlen wir nur 20 DH. Wir werden langsam besser. 😉

Asilah

Nach all der vielen Reiserei zieht es uns mal wieder ans Meer. Asilah liegt quasi „auf dem Weg“ und wir entscheiden uns, hier ein paar Tage am Meer abzuhängen und die nächsten Wochen zu planen. Da die Auswahl an Hotels in unserer Preisklasse sehr begrenzt war, haben wir uns ein ganzes Dar über drei Stockwerke für uns allein gemietet. Asilah ist wie aus dem Ei gepellt: schöne Gässchen, ein bisschen Street Art, ein sauberer Strand, gute Restaurants und abends ein Markt mit Street Food – weshalb es auch zu den Lieblingszielen der Marokkaner gehört. Nachdem wir alles Nötige geplant, Wäsche gewaschen und uns einen standesgemäßen Sonnenbrand zugezogen haben, ziehen wir zufrieden weiter.

Chefchaouen

Chefchaouen ist schön und blau – sehr instagrammable, was man hier leider am Klientel merkt. Doch touristische Orte haben auch immer Vorteile: Es gibt hier viele schöne und günstige Unterkünfte – man muss nur ein bisschen suchen. Beim Street Food sieht es hier allerdings anders aus. Einmal abends esse ich ein Eiersandwich, mit mir bis heute unbekannten Zutaten. Außerdem gibt es jede Menge günstige Snackbuden, die Fast Food anbieten. Der Ort liegt oben im Rif-Gebirge; ein Nationalpark schließt sich direkt an. Wir wollen eine sechsstündige Wanderung unternehmen, verlaufen uns jedoch böse und müssen ein Stück den Hang hinunterklettern, bis wir wieder auf den Weg finden. Das kostet uns so viel Zeit, dass wir am Ende die kürzere Version der Wanderung machen – trotzdem ist die Aussicht auf die Stadt toll, besonders abends bei Sonnenuntergang. Insgesamt haben wir hier nicht allzu viel zu tun: Wir genießen den schönen Garten in der Unterkunft unseres Hosts Mohammed Ali (ja, wirklich), telefonieren mit Zuhause, arbeiten ein bisschen am Blog und buchen die weitere Reise bis zum Workaway in Portugal.
Wann immer wir die Stadt erkunden, werden wir gefragt, ob wir Gras kaufen wollen – liegt wohl an der Lage hier im Rif-Gebirge, in dem halboffiziell Cannabis angebaut wird (sucht mal nach dem Ort Ketama). Angeblich stammt die Hälfte des weltweit im Umlauf befindlichen Weeds aus diesem Gebirge. Selbst die Restaurant-Promoter fragen hier erst, ob man essen möchte, und dann, ob man Gras kaufen will. Beim Frisör lasse ich mir noch einen echt marokkanischen Haarschnitt mit Fade bis zur Glatze machen, und am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg nach…

Tanger

Vom Hafen aus geht unsere Fähre zurück nach Algeciras, weshalb wir die Gelegenheit noch einmal nutzen wollen, um die Stadt zumindest einen Tag lang auszuchecken. Die Neustadt einschließlich des Hafens ist super modern und wie geleckt – unter anderem wohl wegen der für 2030 geplanten WM in Marokko. Auch der Stadtstrand ist sauber; hier wird Kamel- und Pferdereiten angeboten. Wir lassen uns per Taxi zur Moschee am Hafen fahren und unser Taxifahrer ist ganz erstaunt, dass wir nach dem Preis fragen, in Tanger gibt´s schließlich Taxameter – über diese Aussage sind wir wiederum überrascht. Marokko bleibt ein Rätsel. Wir erkunden die Medina „self-guided“ – auch diese ist schön rausgeputzt, relativ übersichtlich und in Weiß gehalten. Leider habe ich unterwegs unsere wenigen Einkäufe verlegt, weshalb wir sie jetzt noch einmal kaufen müssen – wir kennen also die Preise und verhandeln den Preis auf ein Fünftel der ursprünglichen Anfrage des Händlers. Scheinbar sind wir jetzt erst ready für Marokko. Abends gönnen wir uns nochmal etwas für dieses Land eher ungewöhnliches: Wir gehen ins Kino (Film: „Thank You for Banking with Us“– arabisch mit englischem Untertitel).

Vor über fünf Wochen waren wir schon einmal in Tanger – damals stiegen wir unmittelbar von der Fähre in den Zug. Es war, als hätten wir zwei völlig unterschiedliche Städte entdeckt: Einst chaotisch, groß und bedrohlich, heute modern, freundlich und problemlos zu bereisen. Genau diese Kontraste machen das Reisen so faszinierend.
Am nächsten Tag macht uns die Fähre noch einen kleinen Strich durch die Rechnung, weil sie einfach eine Stunde im Hafen stehen bleibt und wir somit unseren Anschluss verpassen. Wir finden eine andere Mitfahrgelegenheit und sind nach 10 Stunden in Sevilla. Wir checken in unser BNB ein und gehen schön Tapas essen. Geschafft – back in europe.

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